Kealakekua Bay Hawaii: Delfine oder nicht Delfine?

Die Kealakekua Bay ist ein geschichtsträchtiger Ort. Niemand Geringeres als Captain James Cook ist dort ermordet worden. Die abgeschiedene Bucht wird allerdings wohl seltener allein wegen des Denkmals für den berühmten Entdecker besucht, sondern vielmehr, weil sich hier mit etwas Glück vor Hawaii Delfine bestaunen lassen. Kommt mit auf eine Wanderung zur Bucht und erfahrt, was es sonst noch unterwegs und unter Wasser zu erleben gibt.

Der Tod von Captain Cook

Dem großen Entdecker Captain Cook ist in der Kealakekua Bay ein Denkmal gewidmet. Schließlich war er derjenige, der den ersten Kontakt mit den Hawaiianischen Inseln herstellte. Daneben gebühren ihm noch andere Verdienste, wie die erste Umsegelung Neuseelands. Die Kealakekua Bay steht aber vor allem in Zusammenhang mit seinem gewaltsamen Tod. Das Verhältnis zwischen Cook, seiner Mannschaft und den Einheimischen hatte sich nämlich nicht gerade positiv entwickelt. So ließ Cook einen Matrosen an einer Stelle begraben, die eigentlich nur Häuptlingen zustand und zog so den Zorn der Einheimischen auf sich. Zunächst kam es allerdings zu keinen weiteren Auseinandersetzungen, da Cook kurz darauf aufbrach. Sein Schiff erlitt jedoch nur Tage später in einem Sturm einen Schaden am Mast, durch den sich Cook entschloss zurückzukehren, um Reparaturen vorzunehmen. Mit der Rückkehr nahmen die Spannungen zu und eskalierten schließlich. Es kam zu einem Kampf, indem Captain Cook von einem Hawaiianer niedergeschlagen wurde.

Denkmal für Captain Cook

Ausflug zur Kealakekua Bay über 200 Jahre später

Wer zu Fuß zur Kealakekua Bay wagt, der sollte sich auf einen recht langen Fußmarsch bergab und einen noch längeren bergauf einstellen. Es gibt an der Napoopoo Road, neben dem Startpunkt des Pfades zur Bucht (Captain Cook Monument Trail) einige Parkplätze. Auch wir hatten unser Auto dort abgestellt und uns ausgerüstet mit Bade- und Schnorchelsachen, etwas zu trinken und zu essen sowie einem Handy etwas vor 15 Uhr auf den Weg gemacht. Der Hinweg läuft sich ganz gut, denn es geht nur bergab. Zunächst ging es auf einem Pfad zwischen hoch gewachsener Vegetation hindurch, wo auch Bäume hier und da Schatten spendeten. Die Spannung war groß, auf den Anblick der Bucht und vor allem, was uns dort womöglich erwarten würde. Wir hofften sehr, es würden einige der Hawaii Delfine sein, die ab und an die Bucht besuchen, um sich dort etwas auszuruhen. Zunächst trafen wir aber vor allem entgegenkommende Wanderer auf ihrem Rückweg von der Bucht – alle recht verschwitzt und teilweise ordentlich schnaufend von dem langen Marsch bergauf.

Ein gruseliger Fund

Auch uns dürstete nach der Bewegung in der Hitze bald nach einer Erfrischung und so machten wir eine kleine Trinkpause. Dabei stieg uns ein seltsamer strenger und vor allem zunehmend ekelerregender Geruch in die Nase. Zunächst konnten wir beide nicht so recht definieren, was das war und wo es herkam. Ich schaute mich etwas um und sah am Wegesrand, etwas eingerückt in Richtung der dichten hohen Pflanzen ringsherum, einen Steinhaufen. Beim genaueren Anblick zeigte ich unter den Steinen etwas Schwarzes, fast wie Haar Aussehendes und ich ging etwas näher heran, um es genauer sehen zu können. Der Gestank wurde beständig schlimmer, je näher ich kam und leichte Übelkeit stellte sich ein. Plötzlich sah ich es zwischen den Steinen ganz deutlich: Es war ein totes, halb verwestes Schwein! Ein wirklich ekliger Fund und auch irgendwie etwas gruselig, denn das Schwein hatte sich wohl kaum selbst unter den Steinen begraben und von herabstürzenden Felsen konnten die auch nicht sein… Wir blieben lieber keine Sekunde länger dort und machten uns auf den Weg zu hoffentlich erfreulicheren Ansichten.

Gute Nachrichten

Es ging für uns also weiter bergab und langsam lichtete sich die Vegetation um uns zunehmend. Es kamen uns immer noch so einige Leute entgegen, die doch alle einen sehr fröhlichen Eindruck machten. Wir fragten also bei der nächsten Gelegenheit nach, wie es in der Bucht heute so wäre. Schon blickten uns freudestrahlende Gesichter entgegen: „Da sind so viele Delfine, es war herrlich!“ Was für eine tolle Botschaft! Wir liefen gleich noch einen Schritt schneller. Bald konnten auch wir einen ersten Blick auf das Meer erhaschen, aber die Bucht blieb noch versteckt. Inzwischen liefen wir in praller Sonne, denn um uns waren nur noch Lavahänge, die mit kleinen Büschen und Gras bewachsen waren. Endlich ging es um die Kurve und wir konnten in der Ferne ein Stück der Bucht ausmachen. Tatsächlich, es waren unzählige aus dem Wasser springende Delfine zu sehen. Selbst aus der Ferne ein wirklich herrlicher Anblick! Allerdings hatten wir immer noch ein gutes Stück des Weges vor uns und zum Meer hin wuchsen wieder vermehrt Bäume, die uns die Sicht auf die Bucht nach und nach nahmen.

Blick über Lavafelder zum Meer: Vor Hawaii Delfine noch nicht zu sehen

Vor lauter Bäume war der Blick auf die Bucht verwehrt
Schon ganz nah dran, aber die Bucht konnten wir immer noch nicht sehen

Endlich in der Bucht

Nach 40 Minuten Fußmarsch war es so weit, wir kamen endlich in der Bucht an. Unser Blick schweifte über das Meer, von links nach rechts und wieder zurück und noch einmal und… nichts! Kein einziger Delfin zu sehen! In den Minuten von dem Aussichtspunkt bis hinab zur Bucht, waren sie alle zurück ins Meer geschwommen. Die Enttäuschung war dementsprechend enorm, hatten wir diese schönen Meeresbewohner doch nur um Haaresbreite verpasst. Nun gut, wir waren einmal vor Ort, da konnten wir auch noch etwas Zeit dort verbringen. Vielleicht würden sie ja noch einmal wiederkommen? So oder so, wollten wir die Bucht noch einmal schnorchelnd erkunden, es könnte ja auch noch andere interessante Tiere zu sehen geben.

Ruhige Bucht zum Schnorcheln
Vor Hawaii Delfine: An dem Tag Fehlanzeige

Wir warteten eine ganze Weile, schnorchelten, warteten wieder bis wir halbwegs getrocknet waren, aber die Delfine kamen, wie befürchtet, nicht noch einmal zurück. Da die Bucht bis auf das Captain-Cook-Monument noch sehr naturbelassen ist, gibt es weder Sanitäreinrichtungen noch sonst etwas. Es ist auch kein Strand zum Sonnenbaden vorhanden. Allzu viel Zeit, lässt sich dort dementsprechend nur schwer totschlagen. Immer noch enttäuscht, traten wir also den Rückweg an. 40 Minuten später (wir waren den Berg ordentlich nach oben gerannt) standen wir wieder neben unserem Auto und waren uns sicher, wir sollten es noch einmal versuchen.

Schwarm gelber Fische beim Schnorcheln Hawaii
Unterwasserwelt beim Schnorcheln vor Hawaii

Mehr Glück beim zweiten Versuch?

Wenige Tage später kehrten wir zurück, dieses Mal allerdings zeitiger, in der Hoffnung, das würde helfen. Bereits gegen 14 Uhr kamen wir in der Bucht an. Das Glück, dieses Mal vor Hawaii Delfine zu sehen war uns allerdings wieder nicht hold. Aber vielleicht kamen sie ja auch erst noch. Wir haben es uns also erst einmal bequem gemacht und uns die Wartezeit bald darauf mit etwas Schnorcheln vertrieben. Seit unserer Ankunft in der Bucht waren jedoch so einige Boote auf Schnorchelausflügen angelandet und während wir im Wasser waren, schienen daraus duzende von Schnorchlern zu strömen. Überall mussten wir aufpassen, nicht mit anderen zusammenzustoßen und wegen der vielen Boote Schlängellinien schwimmen. Ich war ehrlich froh, nach dieser Erfahrung wieder aus dem Wasser zu kommen. Mit entspannt die Unterwasserwelt genießen, hatte das leider nichts zu tun. Wie sich die Küste vor Hawaii sonst schnorchelnd und tauchend erkunden lässt, erfahrt ihr übrigens hier.

Zurück aus dem Wasser saßen wir noch etwas in der Sonne zum Trocknen, wir aßen unsere mitgebrachten Erdnussbutter-Sandwiches und schauten erwartungsvoll auf’s Meer. So sehr wir jedoch hofften, Delfine einmal aus der Nähe zu sehen, auch dieses Mal ging unser Wunsch nicht in Erfüllung. Etwas traurig und mit dem Gefühl, dass wir vielleicht an dem Nachmittag doch etwas Anderes hätten machen sollen, ging es zurück zum Auto. Immerhin einen kleinen Trostpreis gab es ja für uns: Wir hatten Flippers Artgenossen zumindest aus der Ferne bewundern können und auch das war bereits ein toller Anblick gewesen!

Bye bye und bis bald!

Ina

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