Erster Eindruck: Peking riecht anders

Das erste Mal habe ich Peking im Januar 2015 besuchen dürfen, aber damals nur für eine Woche, die zudem noch vollgepackt war mit Terminen. Wir waren u.a. auf Wohnungssuche, denn für die kommenden min. zwei Jahre sollte Peking unser Zuhause werden. Zeit für Sightseeing war da allerdings erst einmal keine. So richtig kennenlernen konnte ich die 20 Millionen Metropole daher erst ab April. Da allgemein allerdings immer gern behauptet wird „der erste Eindruck zählt“ hier zumindest schon einmal die ersten Impressionen von der chinesischen Hauptstadt.

Achtung Kontrolle

In einem neuen Land gelandet, stellt sich einem zunächst der Flughafen vor, der zumeist den immer gleichen Eindruck eines staatenlosen Raumes erweckt. Was mir in Peking auffiel, sind die von der SARS-Epidemie noch vorhandenen Temperaturscanner, durch die man hindurchläuft, während sich kurz der prüfende Gedanke breit machte, ob es einem auch gut geht, nicht das es womöglich ein leichtes Fieber anzeigt und sofort harsche Quarantänemaßnahmen folgen. Dabei ist es mir schon passiert, dass ich noch überlegte, wie gut sich den chinesischen Beamten wohl klar machen lässt, dass es sich im Fall der Fälle bestimmt nur um eine Erkältung handelt, als sich kurz nach dem Passieren des Scanners herausstellte, dass gar niemand vor dem Kontrollbildschirm sitzt. Wie so oft im Leben also einmal wieder vollkommen sinnlos Gedanken gemacht…

Erster Eindruck zum Look-and-see-Trip im Januar 2015

Aussicht über Peking

Nun gut, alles mit wirklich staunenden Augen betrachtet, habe ich dann ohnehin erst, als wir uns mit dem Taxi vom Flughafen auf in die Stadt machten. Zunächst schien mir alles Ton in Ton zu sein. 50 Shades of Grey bekamen für mich wirklich dabei eine ganz neue Bedeutung. Es lag kein Schnee und der Boden sah so kahl und trocken aus, dass es schwer vorstellbar war, dass dort im Frühjahr etwas zu wachsen beginnen könnte. Aber gut, auch bei uns ist es im Winter eher trist, also lieber keine voreiligen Schlüsse ziehen. Vor dem Hotel angekommen, stiegen wir aus in eine kalte nach Abgasen stinkende Luft. Der Smog an dem Tag war enorm hoch. Auch unsere Luftqualitätsapp bestätigte uns mit der höchsten Kategorie „gefährlich“, dass ein längerer Aufenthalt draußen wohl nicht so die tolle Idee wäre. Tatsächlich meinte es der Wettergott allerdings gut mit uns, denn durch den eisigen Wind, der anschließend aufkam, wurde der Smog davon geweht und die restlichen Tage waren größtenteils sonnig und die Luft war ganz gut. Es blieb jedoch die spannende Frage, wie sich das alles im Frühjahr, wenn wir wiederkommen, entwickeln würde und wie es sich auf Dauer in Peking so leben lässt.

Umzug nach Peking im April

Anfang April kehrten wir also nach Peking zurück. Schon der Weg vom Flughafen zu unserer Wohnung hinterließ einen etwas anderen Eindruck, denn er war gesäumt von Bäumen, die bereits das erste Grün zeigten und blühenden Forsythien. Da war die Freude schon einmal groß. Und bei Temperaturen, die dazu einladen, sich länger draußen aufzuhalten, ging es natürlich schnell auf Erkundungstour durch die Stadt. Einmal mit der U-Bahn von A nach B, durch diese und jene Straße flaniert, mit dem Taxi zurück in unsere Wohnung oder danach noch einmal los zu einer kurzen Radtour. Wo man auch hinkam, es lag irgendein Geruch in der Luft. Mal waren es die Gewürze der chinesischen Küche, das brutzelnde Essen des Imbisses nebenan, andermal tritt man irgendwo ein und eine Wand von Knoblauchgeruch schlägt einem entgegen. Auf den Straßen begegnen einem dazu noch ganz andere, noch weniger angenehme Gerüche. Zum Glück war gerade Frühling und schlenderte man durch die Parks der Stadt oder besuchte die ein oder andere Sehenswürdigkeit, dann war es oft ein lieblicher Blumenduft, der einen kurz innehalten ließ, um zumindest für einen kurzen Moment den ganzen Frühling in sich aufzusaugen, der in Peking ebenso wie andernorts milde Temperaturen und schöne Aussichten mit sich bringt. 

 Chinesische Gebäude, Trauerweiden und Blumen im Beihai-Park

Immer wieder Smog

Das Problem mit dem Smog bleibt allerdings natürlich auch im Frühjahr erhalten und bisher war es jeden Tag etwas anders, mal besser mal schlechter, aber solange die Luftqualität nicht wieder in Richtung der schlimmsten Kategorie abrutscht, riecht man es zumindest nicht. Optisch ist allerdings durchaus ein Unterschied zu erkennen:

Peking: Aussicht mit und ohne Smog

Bis jetzt kommen wir damit ganz gut zurecht und machen das beste aus jedem „Wetter“. Was es nun letztlich hier in Peking so alles Interessantes zu sehen und zu erkunden gibt, wie z.B. die Verbotene Stadt oder buddhistische Tempel dazu dann beim nächsten Mal mehr.

Also bis dahin! (^^)/

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