Mt. Yake: Auf dem Gipfel eines aktiven Vulkans

Vulkane in Japan, eine Natursehenswürdigkeit, deren Besuch sich wirklich lohnt. Der berühmteste ist natürlich Mt. Fuji, aber daneben gibt es noch viele weitere zu erkunden. Wir hatten uns für unsere Wanderung in den Japanischen Alpen den aktiven Vulkan Mt. Yake herausgesucht. Der Berg ist zwar nur 2.455m hoch, aber dafür haben wir uns sagen lassen, dass überall auf dem Weg gen Gipfel Löcher zu sehen und teilweise gar zu hören sind, aus denen heißer Dampf austritt, während der Geruch von Schwefel in Schwaden durch die Luft zieht. Wenn das nicht nach einer interessanten Bergtour klingt! 

Wolkenverhangene japanische Berge

Kamikochi: Ausgangspunkt der BergWanderung

Für unseren zweiten Wandertag in den Japanischen Alpen (den Post zur ersten Wanderung findet ihr hier) hatten wir uns übrigens gezielt einen etwas niedrigeren Berg gesucht, um dem Schnee weiter oben aus dem Weg zu gehen. Los ging es aber zunächst mit einer Busfahrt nach Kamikochi. In diesem abgeschotteten Tal, das nur von April bis Oktober zugänglich ist, sollte unsere Wanderung beginnen.

Im Tal angekommen, gab es erste schöne Ausblicke auf den das Tal durchziehenden und glasklaren Azusa Fluss. Kamikochi ist ein beliebtes Ausflugsziel bei japanischen Reisegruppen sowie Schulklassen. Die meisten kommen jedoch nur für einen ausgiebigen Spaziergang im Tal, der dank der herrlichen Landschaft und evtl. Affenbegegnungen ebenfalls sehr schön ist. Die umgebenden Berge besteigen dagegen weniger Leute, auch wenn hier die Wahrscheinlichkeit jemanden am Berg zu treffen dennoch höher ist als andernorts in den Japanischen Alpen.

Azusa Fluss vor Bergpanorama

Aufstieg mit unerwarteten Begegnungen

Wir machten uns gleich auf den Weg Richtung Mt. Yake und hofften dabei, noch vor der angekündigten Regenfront den Gipfel erreichen zu können. Den ersten Teil der Strecke ging es entlang des Flusses durch den Wald, bevor wir uns schließlich langsam weiter nach oben in die Berge vorarbeiteten. Es war bereits recht bewölkt, aber die Temperaturen sehr angenehm zum Wandern. Unterwegs hätten wir gern ein paar Äffchen getroffen, das war uns aber leider nicht vergönnt.

Affe entspannt auf einem Ast
Bei meinem ersten Besuch 2012 hatte ich mehr Glück und bekam sogar eine ganze Affenbande zu Gesicht, u.a. diesen entspannten Zeitgenossen.

Über längere Zeit hinweg gingen wir rechts an einem beachtlichen Graben entlang, der vermutlich durch Erdrutsche entstanden war. Teilweise lag der Weg gar nicht mehr weit entfernt vom Graben, so dass in naher Zukunft wohl bald ein neuer Pfad gebraucht wird.

Graben durch Erdrutsch

Wir sind allerdings weiterhin gut vorangekommen, während sich inzwischen etwas Nieselregen einstellte. Plötzlich blieb Tom allerdings vor mir stehen und bedeutete mir langsam zu ihm zu kommen, denn auf dem Trampelpfad vor ihm passierte gerade eine Schlange, die wir natürlich nicht stören wollten.

Schlange auf dem Weg
Nur eine kurze Begegnung und schon gingen Schlange und wir wieder getrennte Wege

Das blieb beim Aufstieg übrigens nicht unsere einzige unerwartete Begegnung, denn weiter oben am Mt. Yake wurden für eine Berghütte gerade Vorräte geliefert bzw. Sachen abtransportiert. Auf jeden Fall konnten wir so aus nächster Nähe einen Hubschrauber beim Abladen und Abtransport von diversen Behältern beobachten, was ebenfalls ganz interessant ausschaute.

Helikoptertransport beim Abflug

Langsam änderte sich nun die umgebende Landschaft und die Bäume und andere Pflanzen wichen zunehmend Steinen und Felsen.

Bergpanorama
Ein Rückblick ins Tal hinunter
Felsen und spärliche Vegetation am Mt. Yake
Auf dem Weg nach oben

Auf jeden Fall sah die Umgebung nun schon eher nach einem Vulkan aus und die Freude war groß, als wir schließlich das erste dampfende Felsloch, eine sogenannte Fumarole, ausfindig machen konnten. Der Schwefelgeruch in der Luft gleich daneben war allerdings nur schwer zu ertragen, sodass wir nicht lange dort verweilten und lieber unseren Aufstieg zum Gipfel fortsetzten. Unterwegs fanden wir noch weitere solche Fumarolen und Steine, die von Schwefelablagerungen eine leuchtend gelbe Färbung angenommen hatten. Kurz vor dem Gipfel gab es noch eine Fumarole, die sogar schon aus einiger Entfernung gut zu hören war, da dort der Dampf unter einem beständigen Zischen austrat.

Vulkan in Japan: Blick über den Mt. Yake

Endlich auf dem Gipfel

Bis zum Gipfel, dessen Umgebung doch etwas an eine Marslandschaft erinnerte, haben wir es gut geschafft, allerdings gab es außer dem Vulkan selbst an diesem wolkenverhangenen Tag nichts weiter zu sehen. Trotzdem freuten wir uns bis ganz nach oben gekommen zu sein und genossen einen ruhigen Augenblick ganz allein auf dem Gipfel. Anschließend schauten wir noch ein Stück weiter für einen Blick zum Kratersee, der zwischen dem Nordgipfel, den wir bestiegen hatten, und dem Südgipfel, der wohl derzeit nicht begangen werden konnte, liegt.

Bilder vom Gipfel des Mt. Yake

Kratersee im Nebel

Ein nass-kalter Abschied

Mit diesen Eindrücken machten wir uns letztlich auf den Rückweg vom Gipfel des Mt. Yake. Dabei holte uns letztlich die Schlechtwetterfront komplett ein, sodass wir durch strömenden Regen noch über die Hälfte des Abstieges zurücklegen mussten. Bei unserer Ankunft im Tal waren wir inzwischen gänzlich durchnässt, die Regenjacken hielten zwar das Wasser von außen gut ab, aber dafür schwitzen wir darunter ordentlich. Gut, meine Füße waren noch trocken, immerhin etwas. Sobald wir uns nun aber weniger bewegten bzw. als wir uns für ein wohlverdientes Stück Kuchen und eine heiße Tasse Kaffee hinsetzten, wurde es in den nassen Sachen doch immer kühler. Die Klimaanlage im Bus gab uns bei der Rückfahrt zur Herberge dann fast noch den Rest, aber zum Glück wartete ja eine heiße Quelle zum Baden auf uns und die hatten wir inzwischen, durchgefroren wie wir waren, auch dringend nötig. Einen entspannenderen und erholsameren Abschluss eines Tages in den Bergen, als draußen in einem mit 42°C heißen Wasser gespeisten Pool zu faulenzen, kann es wohl kaum geben. Dementsprechend haben wir auch jede Minute genossen, bevor es noch ein leckeres Abendessen gab und wir uns anschließend erschöpft, aber glücklich auf unsere Futons fallen ließen.

Bye bye und bis bald!

Ina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.