Pferderennen im Happy Valley

Das Hongkong eine einstige britische Kolonie ist, lässt sich an so einigen Dingen feststellen und Pferderennen gehören für mich da definitiv dazu. Schicke Hüte, Champagner nippende Damen, Herren im Anzug und daneben einige Wettverrückte, die ihr Hab und Gut auf ein einzelnes Pferd setzen – so habe ich mir einen Abend beim Pferderennen in meiner doch etwas bunten und klischeebehafteten Fantasie zuvor vorgestellt. Dementsprechend gespannt war ich auf meinen ersten Besuch einer Pferderennbahn, der doch mehr Überraschungen parat hielt, als gedacht.

Überblick zum Happy Valley Racecourse

Dazu ging es zunächst auf zum Happy Valley Racecourse auf Hong Kong Island. Von September bis Juli gibt es hier fast jeden Mittwoch Pferderennen (lokale Wettkämpfe) zu bestaunen und das schon für 10 HKD, derzeit weniger als 2 €! Also das nenne ich ein wahres Schnäppchen. Daneben gibt es natürlich auch internationale Events sowohl auf dem Happy Valley Racecourse als auch auf dem Sha Tin Racecourse. Mehr Informationen findet ihr hier auf der Homepage des Hong Kong Jockey Clubs.

Pferderennbahn Hongkong

Die falsche Themenwoche erwischt

Kaum hatten wir es durch das Eintrittstor auf das Areal geschafft, gab es für uns die erste Überraschung: Damen im Dirndl wollten uns deutsches Bier verkaufen und versuchten meinen Freund zu überreden, am Biertrinkwettbewerb zu späterer Stunde teilzunehmen. Es gibt immer wieder verschiedene Mottos für die Feierlustigen auf der Rennbahn und wir hatten ausgerechnet die „Oktoberfestwoche“ erwischt. Das hatte ich mir irgendwie etwas anders vorgestellt, aber war ja nicht weiter schlimm, denn die Stimmung – wie könnte es in einer Oktoberfestwoche auch anders sein – war schon einmal gut.

Ansonsten war der erste Blick auf die Rennbahn mit den dahinter aufragenden Hochhäusern recht beeindruckend und es kam bei mir schon etwas Wettlaune auf. Da auch noch genügend Sitzplätze vor dem Beginn der Rennen zu finden waren, haben wir uns gleich ein nettes Plätzchen ausgesucht und uns anschließend über die verschiedenen Wettverfahren erkundigt, da wir spaßeshalber wenigstens einen kleinen Betrag setzen wollten. Nun ja, so richtig schlau sind wir aus den unterschiedlichen Wettformen letztlich nicht geworden, daher haben wir uns für die einfachste Variante entschieden und etwas Geld auf jeweils ein Pferd in einem bestimmten Rennen gesetzt.

Rennpferd
Eines der Rennpferde, das es auf dem kleinen Rundgang noch einmal aus der Nähe zu bestaunen gab – wirklich beeindruckende Tiere

Das erste PferdeRennen

Die Spannung stieg, als die Zeit der Rennen näher rückte. Neben uns saßen Einheimische mit Rennzeitschriften, Statistiken und vollgeschriebenen Notizzetteln, die das mit dem Wetten wohl etwas weniger dem Zufall überlassen wollten. Wir dagegen hatten ehrlich gesagt keine wirklich Ahnung, wer in welchem Rennen antrat, aber scheinbar waren die ersten Rennen noch nicht die mit Spannung erwarteten, denn so richtig vollgepackt mit Menschenmassen wurde die Tribüne erst, nachdem bereits einige Rennen vorbei waren. Unsere Wetten hatten wir zu dem Zeitpunkt aber bereits verloren, vor allem mein Pferd war doch ziemlich abgeschlagen ins Ziel eingelaufen… Gut, bei unseren Wetteinsätzen von nicht einmal 5 € pro Pferd (wir hatten beide jeweils auf ein Pferd in nur einem Rennen gesetzt) wäre der Gewinn ohnehin nicht üppig ausgefallen.

Pferderennen im vollen Gange
Pferderennen im vollen Gange. Mein Pferd hat es allerdings noch nicht einmal auf das Bild geschafft…

Fazit

Es war dennoch lustig mit Aufregung dabei zu sein, die herrlich glänzend zurecht gestriegelten Pferde zu bewundern sowie die ausgelassene Atmosphäre und ein gutes deutsches Bier zu genießen. Mir hat es also wirklich sehr gut gefallen, da es doch eine ganz andere Abendunterhaltung ist, als es sie sonst zu Hause oder auch im Urlaub bisher gab. Allerdings würde ich seitdem auch gern einmal zu einem richtigen britischen Pferderennerlebnis, denn die Hüte haben doch etwas gefehlt 😉 Habt ihr bereits einmal ein Pferderennen in Groß Britannien oder anderswo erlebt? War das Erlebnis ähnlich oder aber ganz anders als in Hongkong?

Bye bye und bis bald!

Ina

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