Reiseroute: Winterreise durch China

Eine Winterreise durch China klingt kalt und etwas abenteuerlich. Beides war auch sehr zutreffenden auf die Reise, die ich mit einer Freundin im Januar 2017 unternommen habe. Dabei gab es allerdings nicht nur Sehenswürdigkeiten fast für uns allein, sondern auch faszinierende Einblicke in dieses fremde Land. Ungeschminkt, so zeigte sich das winterliche China – noch nicht zurecht gemacht für das neue Touristenjahr, sondern so wie es ist in seinem Alltag mit dreckigen Ecken und charmanten Kanten.

Reiseroute zu unserer Winterreise durch CHina

Wir hatten für die Reise übrigens zwei Vorgaben: Es sollten Ziele sein, die von Peking aus nicht zu umständlich (oder teuer) zu erreichen sind und es sollte unbedingt auch nach Harbin zum jährlichen Ice Festival gehen. Herausgekommen ist dabei folgende Route:

Daten zur Reise

Hier noch ein paar allgemeine Daten zur Reise:

  • Reisemittel: Zug (Tickets online z.B. unter Ctrip) und Flugzeug
  • Zeiten vor Ort
    • Shijiazhuang: 1 Tag
    • Luoyang 2,5 Tage
    • Harbin: 1,5 Tage
    • Peking: variabel; für die Große Mauer, die Verbotene Stadt und den Sommerpalast sollten allerdings jeweils volle Tage eingeplant werden, so dass schon allein für diese Sehenswürdigkeiten 3 Tage anzusetzen sind
  • Zeiten unterwegs:
    • Im Zug insgesamt: ca. 8,5 Stunden
    • Flugdauer Peking – Harbin: 2 Stunden
  • Kosten
    • Hotels: In Peking waren wir privat untergebracht und brauchten daher nur in den übrigen Orten Unterkünfte. Dabei haben wir für ca. 25 €/Person in vernünftigen bis wirklich guten Hotels übernachtet, allerdings ohne Frühstück.
    • Zug: 797 CNY (zum Umrechnungskurs von Januar: ca. 110 €)
    • Flug Peking – Harbin und zurück: ca. 200 €

Reiseziele im Überblick

Start und Endpunkt: Peking

Mit unserer Wohnung derzeit in Peking, war die Hauptstadt Chinas der logische Dreh- und Angelpunkt der Reise. Aber auch sonst ist die 20-Millionen-Metropole ein lohnendes Reiseziel mit diversen weltbekannten Sehenswürdigkeiten: Verbotene Stadt, Sommerpalast, Lamatempel, Himmelstempel, Hutongs und, als ganz besonderes Highlight, die Chinesischen Mauer.

Highlight der Winterreise durch China: Die Große Mauer

Wir hatten uns dazu entschieden Peking am Ende der Reise genauer zu erkunden, aber ebenso gut passt das bereits am Anfang oder während eines Zwischenstopps.

1. Stopp: Shijiazhuang – Tempel in schwindelerregender Höhe

Von Peking aus ging es mit dem Zug (weniger als 2 Stunden) am frühen Morgen zu unserer ersten Destination: Shijiazhuang. Die Stadt selbst hat nichts Außergewöhnliches zu bieten, aber sie ist der beste Ausgangspunkt für einen Tagesausflug zu den hängenden Tempeln am Mount Cangyan. Die Landschaft dort ist wirklich wunderschön und auf unserer Winterreise durch China hatten wir die Sehenswürdigkeit sogar ganz für uns allein.

Tempel an den Felsen des Mount Cangyan

Eine Übernachtung sollte in Shijiazhuang übrigens lieber eingeplant werden. Warum das so ist und weitere Details zur Anreise und dem Mount Cangyan selbst, findet ihr hier.

2. Stopp: Kung-Fu und Buddhas in Luoyang

Am nächsten Tag ging es mit einer nicht ganz 3-stündigen Zugfahrt weiter nach Luoyang. Hier hatten wir 2,5 Tage eingeplant, wobei wir durch einen verpassten Zug letztlich nur 2 Tage zur Verfügung hatten. In der Nähe der 6,5-Millionen-Metropole Luoyang gab es gleich zwei Ausflugsziele, die uns sehr interessierten: Das Shaolin-Kloster (ja, das Original!) und die Longmen-Grotten, die auf Fotos faszinierende Ansichten versprachen. Beides ist von Luoyang aus sehr gut zu erreichen, wobei für das Shaolin-Kloster ein ganzer Tag eingeplant werden sollte, für die Longmen-Grotten reicht ein halber Tag. Daneben gibt es in Luoyang mit dem White Horse Tempel den ersten buddhistischen Tempel Chinas zu erkunden. Das Longtan-Valley sah auf Fotos ebenfalls sehr schön aus, aber aufgrund der Jahreszeit hatten wir uns gegen einen Besuch entschieden. Weitere Informationen gibt es im konkreten Post zu unseren Erlebnissen in Luoyang.

Die vielen Nischen und Buddha-Statuen der Longmen-Grotten
Buddha-Statuen in den Longmen-Grotten

Luoyang hat zwar einen kleinen Flughafen, aber da es von hier keine Direktflüge zum nächsten Reiseziel gab, sind wir zunächst abends zurück nach Peking gefahren (ca. 4 Stunden mit dem Zug) und haben noch eine Nacht in unserer Wohnung übernachtet.

3. Stopp: Eine Stadt aus Eis in Harbin

Von Peking aus ging es schließlich mit dem Flieger nach Harbin, was wesentlich praktischer ist, als die 7,5 Stunden Zugfahrt, die es sonst gebraucht hätte. In Harbin gibt es hübsche Ecken in der Innenstadt zu erkunden. Da die Stadt nicht weit entfernt von der Grenze zu Russland ist und einst blühendes Handelszentrum mit Europa war, sind aus dieser Zeit noch alte europäisch beeinflusste Gebäude zu finden sind, was der ansonsten typischen chinesischen Stadt doch eine besondere Atmosphäre verleiht. Wir kamen allerdings vor allem aus einem Grund nach Harbin: Das Ice Festival. Jedes Jahr wird in Harbin bei eisigen Minusgraden eine Stadt aus Schnee und Eis errichtet – wenn das mal nicht eine besondere Sehenswürdigkeit ist!

Abendstimmung auf dem Ice Festival

Wir haben den Aufenthalt in Harbin wirklich sehr genossen, wobei 1,5 Tage doch genug in der klirrenden Kälte sind. Eine Winterreise durch China kann einen doch ganz schön frieren lassen 😉

Optional: Xi’an

Alle, die entweder nicht allein für das Ice Festival nach Harbin möchten, zur falschen Jahreszeit in China sind oder einfach noch etwas zusätzliche Zeit haben, können von Peking aus auch gut einen Abstecher nach Xi’an zur berühmten Terrakotta-Armee machen. Hier bieten sich Flugzeug oder Zug als Reisemittel an, beides sehr praktisch. Für die Terrakotta-Armee kann man dabei einen Tag und für die Erkundung der Stadt noch einen halben Tag einrechnen. Nur wer gern noch zum berühmten Mt. Huashan, einem der 5 heiligen Berge des Daoismus will, muss noch mehr Zeit einplanen.

Soldaten der Terrakotta-Armee an der Ausgrabungsstelle

Damit waren wir mit unserer Winterreise durch China bereits am Ende und hatten die letzten Tage für die entspannte Erkundung Pekings zur Verfügung. Auch für mich gab es auf dieser Reise noch einmal ganz ungewohnte und interessante Einblicke in das Land der Mitte. In der Kälte unterwegs zu sein, ist dabei schon recht anstrengend, aber dafür hatten wir mit dem Harbin Ice Festival und der verschneiten Großen Mauer zwei wahrlich besondere Highlights auf unserer Reise, die sich zu anderen Jahreszeiten nicht finden lassen.

Bye bye und bis bald

Ina

2 thoughts on “Reiseroute: Winterreise durch China

  1. Hallo Inga, es ist so toll, deinen Blog zu sehen, ich mag fast jeden Beitrag, den du geschrieben hast 🙂 Reisen in China im Winter ist so verschieden von anderen Jahreszeiten, erinnere ich mich an meinen Besuch in Peking im frühen Winter und wir hatten Gluehwein und Mojito eine volle Flasche Rum) um Mitternacht im Freien in einem Hutong, eiskalt, aber so unvergesslich!

    1. Hallo Inga,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Freut mich, dass dir die Beiträge gefallen 🙂 Das stimmt auf jeden Fall, jede Jahreszeit hat ihren eigenen Charme. Einige der Eindrücke, die ich unterwegs im winterlichen China machen konnte, sind mit die prägendsten vom Land überhaupt. In einem Hutong Glühwein zu trinken, klingt ebenso unvergesslich. Wenn ich so darüber nachdenke, bekomme ich gleich ein wenig Fernweh zurück nach China 😉

      Liebe Grüße
      Ina

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