Schildkröten überall: Tauchen und Schnorcheln vor Hawaii

Schnorchel- und Tauchabenteuer in den Gewässern vor Hawaii versprechen Begegnungen mit Delfinen, Schildkröten und sogar Mantarochen. Wir waren daher enorm gespannt, was uns unter Wasser wohl alles erwarten würden. Aber wie sieht die Realität beim Tauchen und Schnorcheln vor Hawaii tatsächlich aus? 

Zunächst einmal gab es eine ziemliche Enttäuschung für Tom. Er hätte sehr gern an einem Schwarzwassertauchgang teilgenommen, um bei Nacht biolumeszierende Tiefseetiere und andere, nachts aktive Tiere zu erleben. Leider sind dafür min. 50 Tauchgänge nachzuweisen, was er noch nicht zusammen hat. Also gingen wir zunächst Schnorcheln vor Hawaii, Tom gönnte sich noch zwei normale Tauchgänge und zu guter Letzt ging es für uns zum Nachtschnorcheln mit Mantarochen.

 Schnorcheln vor hawaii Bei Tag und Nacht

Two Step

Zunächst statteten wir dabei dem Schnorchel-Spot „Two Step“, benannt nach den zwei Stufen in der Lavagesteinsküste, über die es ins Wasser geht. An der Bucht gibt es nur einen winzigen Sandstreifen, zum Sonnenbaden ist Two Step daher weniger geeignet. Für Schnorchler wurde uns die Bucht aber immer wieder empfohlen, da sie eine besonders schöne Unterwasserwelt und womöglich auch Schildkröten bieten soll. Also ließen wir unsere Sachen auf dem schwarzen Lavagestein und glitten von den Stufen ins Meer. Über die Bootsrampe sollte man trotz aller Versuchung übrigens lieber nicht ins Wasser gehen, das wird nicht gern gesehen.

Kaum im Wasser erspähten wir viele bunte Fische. Wir schwammen danach etwas weiter hinaus, über das Riff hinweg. Dabei stellte sich jedoch zunehmend Enttäuschung ein. Viele Korallen waren leider bereits abgestorben und auch die Vielfalt an Fischen hielt sich eher in Grenzen. Vielleicht sind wir aber auch schlichtweg zu verwöhnt von diversen Schnorchelrevieren in Asien, die einfach mehr zu bieten haben. Die große Euphorie um Two Step, das uns zum Schnorcheln vor Hawaii von so einigen Leuten vor Ort angepriesen worden war, konnten wir jedenfalls nicht nachvollziehen. So ganz umsonst sollte unser Ausflug aber nicht gewesen sein. Immerhin trafen wir noch eine Schildkröte, die wir beim Luft holen an der Wasseroberfläche beobachten konnten.

Schildkröte taucht in die Tiefe
Und schon ging es wieder hinab in die Tiefe

Kealakekuka Bay bei Captain Cook

In dieser Bucht landete einst Captain Cook mit seinem Schiff an. Heute findet sich dort ein Monument in Gedenken an ihn. Die Hauptattraktion der Bucht ist aber im Wasser zu finden: Delfine. Sie kommen regelmäßig vorbei, um sich in der Bucht auszuruhen. Wir hofften also auf etwas Glück und ein paar Anblicke dieser faszinierenden Tiere.

Unsere Wanderung zur Bucht

Vom Land aus ist die Bucht übrigens nur über eine ca. einstündige Wanderung zu erreichen. Der Hinweg entlang von dichter Vegetation und schließlich Lavafeldern ist dabei noch recht gelassen, da es nur bergab geht. Ihr könnt euch allerdings vorstellen, was das für den Rückweg heißt… Bei unserem ersten Besuch dort, kamen uns auf dem Hinweg freudestrahlende Gesichter entgegen, denn es waren tatsächlich gerade Delfine vor Ort. Wir sind vor lauter Vorfreude gleich noch ein Stück schneller gelaufen und legten den Weg sogar in 40 Minuten zurück. Bereits aus der Ferne sahen wir duzende Delfine aus den Fluten springen – ein herrlicher Anblick. Als wir unten ankamen, waren sie jedoch bereits alle wieder weg. Auch wenn wir hofften, sie würden noch einmal wiederkommen, wussten wir, wie unwahrscheinlich das wohl war. Beim zweiten Anlauf hatten wir leider ebenfalls kein Glück. Dabei gab es überhaupt gar keine Delfine zu sehen, noch nicht einmal aus er Ferne. Aber gut, den ganzen Weg haben wir natürlich nicht umsonst zurückgelegt, denn wir konnten ja auch ohne Flippers-Artgenossen in der Bucht Schnorcheln gehen.

Schwarm gelber Fische beim Schnorcheln Hawaii

Das Schnorcheln selbst

Dabei gab es vor allem viele kleine, bunte Fische und auch große gelbe Trompetenfische zu erspähen. Insgesamt sah die Unterwasserwelt hier schöner aus als bei Two Step. Trotzdem war das Riff leider in keinem allzu guten Zustand mehr. Dazu kann das Meer zu bestimmten Zeiten, wenn die Boote auf Schnorcheltour die Bucht bevölkern, geradezu mit Schnorchlern überfüllt sein. Ständig mussten wir schauen, dass wir nicht gegen jemanden schwammen, was es schwer machte, sich nebenbei noch irgendwie an den Fischen zu erfreuen. Ich war am zweiten Tag, als wir leider die geschäftigste Zeit erwischt hatten, wirklich froh, wieder aus dem Wasser zu kommen.

Wer trotzdem der Kealakekuka Bay eine Chance geben möchte, der sollte folgendes beachten:

  • Fit genug für den Rückweg zu sein (ca. 1,5 Stunden nur bergauf)
  • Für die Wanderung ausreichend Wasser mitnehmen und evtl. einen Snack
  • Keine Toiletten noch sonstige Einrichtungen an der Bucht
  • Vorsicht vor den Seeigeln im Lavagestein, über das es aus dem Wasser geht
  • Delfine nicht belästigen oder beeinträchtigen: Wenn sie unter Wasser bereits zu sehen sind, ist man eigentlich schon zu nah, um die Tiere ungestört zu belassen. Schließlich kommen sie zum Ausruhen dorthin, davon sollte man die Delfine auch nicht abhalten.

Kahalu’u Beach Park

Zum Abschluss ging es noch einmal an eines der leichter zugänglichen Schnorchelreviere, den Kahalu’u Beach Park. Hier lässt sich im Sand entspannen und zwischendurch vom Strand etwas hinaus zu kleinen Korallenfeldern und mit Glück Schildkröten schnorcheln. Es war zur Abwechslung ganz schön leicht ins Wasser und wieder herauszukommen. Strandschuhe solltet ihr dennoch einpacken, denn in den Felsspalten sitzen auch hier so einige Seeigel. Ansonsten war es aber vor allem ein entspanntes Schnorcheln mit einigen bunten Fischen. Außerdem konnten wir glücklicherweise noch einmal für einige Minuten die Gesellschaft einer Schildkröte genießen.

Schildkröte unter Wasser

Beim Schnorcheln am Kahalu’u Beach Park sollte nur die leichte Strömung beachtet werden, die einen in Richtung Surfer abtreiben kann. Immer mal wieder schallte die Stimme der Rettungskräfte vom Turm, dass die Schnorchler doch bitte auf ihrer Seite bleiben sollten. Da die Wellen in einem Teil der Bucht auch gut zum Surfen geeignet sind und der Sandstrand vor der Bucht zum Verweilen einlädt, ist der Kahalu’u Beach Park oft schon vor dem Mittag sehr gut besucht und die vorhandenen Parkplätze alle besetzt. Ein Stück Paradies für sich ganz allein sucht ihr hier also vergebens, aber für eine schöne Zeit am Strand mit etwas Schnorcheln bzw. Surfen ist der Beach Park wirklich gut geeignet.

Nachtschnorcheln mit Mantarochen

Eine ganz außergewöhnliche Gelegenheit bietet Hawaii mit der Möglichkeit abends mit Mantarochen zu schnorcheln. Dabei geht es mit einem Boot hinaus zu einer Stelle nahe einer kleinen Steilküste. Wir waren übrigens mit Big Island Divers unterwegs, die mit viel Witz und noch mehr Wissen zum Thema Mantarochen den Ausflug insgesamt zu einem tollen Erlebnis machten.

Allabendlich, wenn es der Wellengang zulässt, treffen sich auf dem Meer mehrere Anbieter von Schnorchel- und Tauchausflügen, um ihren Kunden die Rochen zu zeigen. Alle Boote richten dazu große Scheinwerfer auf das Meer. Das Licht zieht Plankton an und dieses wiederum die Mantarochen. Sobald die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war, ging es auch schon in Neoprenanzüge gekleidet in das Wasser. Dabei hat jede Gruppe eine Art Surfbrett mit Griffen dabei, so dass es weniger Schnorcheln, sondern viel mehr ein am Griff festhaltend im Meer treiben ist. So bleibt die Gruppe zusammen und man muss sich nicht ständig irgendwie in Position halten.

Es dauerte gar nicht lange und schon erblickten wir die ersten Mantarochen. Majestätisch glitten die mehrere Meter langen Tiere unter uns durch das Wasser. Plötzlich kam einer davon direkt auf uns zugeschwommen, das Maul weit geöffnet, um Plankton aus dem Meerwasser zu filtern. Obwohl ich wusste, dass die Tiere ungefährlich sind (keine Zähne zum Beißen und hey, sie fressen winziges Plankton), war es doch ein sehr aufregender Moment. Erst kurz vor uns, so dass wir mit ausgestrecktem Arm das Tier hätten berühren können, machte der Mantarochen eine Rolle rückwärts und zeigte uns seinen Bauch.

Es war ein unwirkliches, aber wunderschönes Erlebnis in der Dunkelheit des nächtlichen Meeres und eigentlich hätte ich liebend gern noch eine ganze Weile dem Spiel der tanzenden Rochen zugeschaut. Allerdings war das Treiben im Wasser in Kombination mit dem ständigen Umherschauen nach vorn, hinten, rechts, links irgendwie nicht so gut für mich und mir wurde schon bald wirklich schlecht. Ich bin daher früher zum Boot zurück, in der Hoffnung, der Blick auf unbewegliche Objekte an der nahen Küste würde es besser machen. Leider bin ich da doch arg empfindlich. Trotzdem hatte ich einige unvergessliche Momente mit den Mantarochen im Meer erleben dürfen und hätte den Ausflug keinesfalls missen wollen! Wie schon im letzten Post zur Insel beschrieben, ist es eines meiner absoluten Highlights auf Hawaii gewesen.

Es gibt übrigens auch die Möglichkeit die Mantarochen beim Tauchen zu erleben. Die Taucher kommen zur gleichen Zeit wie die Schnorchler an. Sie setzen sich zur Beobachtung jedoch an den Meeresboden und können so die beeindruckenden Tiere über sich durch das schwarze Meer gleiten sehen.

Tauchen Unter Felsbögen

Daneben hatte Tom noch an zwei Tauchgängen teilgenommen, beides Shore Dives, also in Küstennähe. Mit einem Boot ging es jeweils nur etwa 30 Meter hinaus auf das Meer und dann hinab in die Fluten.

Body Glove Kona

Dieser Tauchgang erkundete das Meer bis zu hinab zu einer Tiefe von 18 Metern. Es gab u.a. Schildkröten, Moränen und Trompetenfische bei einer Sicht von 20 m zu sehen. Ein nettes Erlebnis für zwischendurch.

Lone Tree Arch

Der zweite Tauchgang bis 16 Metern Tiefe hatte neben Schildkröten und Barrakudas vor allem einige schöne Felsformationen zu bieten. Außerdem fanden sich wieder sehr viele Moränen in den Felsspalten und zwischen den Korallen. Ein paar tolle Fotomotive gab es dabei also allemal. Tom genoss beide Tauchgänge, wobei sich für ihn viel Bekanntes sehen ließ. Die ganz große Euphorie blieb beim Tauchen damit aus und die Mantarochen als Highlight Nummer 1 unter Wasser ungeschlagen.

Der korallenbewachsene Felsbogen

Mörane mit geöffnetem Maul

Fazit zum Tauchen und Schnorcheln vor Hawaii

Hier die Schnorchel- und Tauch-Spots noch einmal alle im Überblick:

Two Step
  1. Two Step: Viele bunte Fische, Schildkröten, aber leider auch viele tote Korallen
  2. Kealakekuka Bay bei Captain Cook: Viele Fische, insgesamt ein ganz schöner Eindruck, mit Glück sogar Defline in der Bucht
  3. Kahalu’u Beach Park: Entspanntes Schnorcheln mit diversen Fischen und Schildkröten
  4. Nachtschnorcheln mit Mantas: Einfach unvergesslich!
  5. Body Glove Kona: Angenehmer Tauchgang mit Schildkröten und Moränen
  6. Lone Tree Arch: Tauchgang zu interessanten Unterwasserformationen, wieder einmal mit Schildkröten und auch Moränen

Insgesamt muss ich zugeben, sind wir wohl doch schon zu verwöhnt. Die Korallen hätte ich mir in einem besseren Zustand und die Fische vielfältiger vorgestellt. Da war es wieder einmal traurig zu sehen, wie es um die Riffe unserer Welt tatsächlich bestellt ist. Nichtsdestotrotz gibt es vor Hawaii bei Tag so einige schöne Schnorchel- und Taucherlebnisse, vor allem für Schildkrötenliebhaber. Diese gemütlichen Kollegen haben wir beim Schnorcheln vor Hawaii wesentlich häufiger zu Gesicht bekommen als bisher sonst irgendwo. Das wahre Schnorchel- bzw. Tauchvergnügen wartet allerdings ab Einbruch der Dunkelheit. Die Mantarochen bei Nacht zu erleben, war eines unserer absoluten Highlights in diesem Urlaub und überhaupt auf unseren Reisen bisher. Das sollte man sich auf Hawaii also auf gar keinen Fall entgehen lassen!

Bye bye und bis bald

Ina

 

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