Things to do in Tokyo: Ausflug nach Odaiba

Die Freiheitsstatue, ein riesiger Roboter und ein künstlicher Himmel: Wo findet man das alles? Natürlich in Tokyo! Wer sich jetzt fragt, wie das stimmen kann, der hat noch nichts von Odaiba gehört, einer künstlichen Insel vor Tokyo. Lange Zeit hatte ich keinen so richtigen Elan mir die Insel anzusehen. Vom Hörensagen her machte mir Odaiba einen sehr „westlichen“ und damit nicht ganz so interessanten Eindruck wie andere Sehenswürdigkeiten. Irgendwann hat es mich aber doch schließlich dorthin verschlagen und ich habe es wirklich keine Sekunde bereut!

Dämmerung bei der Rainbow Bridge auf Odaiba

Anfahrt nach Odaiba

Wer nach Tokyo kommt, hat zunächst nicht unbedingt Odaiba als Ausflugziel im Kopf. Bei der letzten Japanreise, das erste Mal gemeinsam mit meinem Freund, war ich mir daher auch nicht sicher, ob ich bei der kurzen Zeit in Tokyo Odaiba mit auf die Liste setzen sollte. Kurz entschlossen sind wir dann allerdings doch noch auf die Insel gefahren. Hier erst einmal ein paar allgemeine Tipps zum wann, wie und wo:

  • Sehenswürdigkeiten & Co.: Riesige Gundam-Statue (s. unten), Freiheitsstatue, Strand mit Blick auf die Rainbow Bridge und Hochhäuser am Horizont, Fuji TV Gebäude, Riesenrad, Restaurants, Museen, Shopping-Center mit künstlichem Himmel, Madam Tussauds, Spielemöglichkeiten für Kinder, Hotels und sogar Onsen (heiße Badequellen)
  • Anfahrt:
    • per Zug mit der Yurikamome-Linie von Shimbashi nach Odaiba Kaihinkohen
    • per Fähre von Asakusa aus, Informationen z.B. bei GoTokyo
  • Auf der Insel lässt sich alles zu Fuß erkunden
  • Beste Zeit: Unbedingt die Sonne hinter der Rainbow Bridge untergehen sehen – und genießen! Wer gern Shoppen geht, für den lohnt sich evtl. vorab ein ausgiebigerer Bummel durch die Geschäfte der Shoppingcenter.

Wir sind übrigens mit der Bahn gefahren, wobei sich ein schöner Ausblick auf die vielen Hochhäuser von Minato (dem Tokyoter Bezirk zu dem auch Odaiba gehört) bietet. Hier sieht Tokyo tatsächlich so aus, wie ich es mir immer vorgestellt habe – eben ein Hochhaus am anderen.

Baden Verboten

Auf Odaiba angekommen, begannen wir unseren Rundgang am Strand der künstlichen Insel. Interessanterweise ist baden dort verboten, obwohl es im Sommer schon sehr nett aussieht. Die Frage bleibt daher: Warum nur legt jemand einen künstlichen Strand an, wenn er ohnehin nicht ins Wasser gehen möchte? Tja, keine Ahnung… Einem japanischen Freund zufolge ist das Meer jedoch so schmutzig, dass wirklich niemand dort baden gehen wollen würde. Trotzdem sind ein kleiner Spaziergang durch den Sand und die Aussicht vom Strand aus wirklich herrlich.

Strand von Odaiba

Wir sind anschließend weiter an der Küste der Insel entlang spaziert. Wer im Sommer hier unterwegs ist, wir vermutlich begleitet vom lauten Gezirpe der Zikaden. Obwohl diese schon von Weitem sehr gut zu hören sind, lassen sie sich aufgrund ihrer hervorragenden Tarnung in einem Baum trotzdem nur schwer ausmachen. Eine hat sich aber letztlich doch auch aus der Nähe betrachten lassen:

Zikade am Baum

Statuen Aus einer anderen Welt – oder Land

Kurz darauf waren wir auch schon bei der nächsten Sehenswürdigkeit angekommen, die wohl jeder kennt, wenn auch nicht gerade aus Japan: Die Freiheitsstatue.

Freiheitsstatue vor der Rainbow Bridge

Dass es auf Odaiba eine Nachbildung der Freiheitsstatue gibt, hat übrigens überraschender Weise nicht wirklich etwas mit der echten Freiheitsstatue oder den USA zu tun. 1998 wurde auf Odaiba bereits für ein Jahr eine Kopie der Freiheitsstatue aufgestellt, allerdings um die guten Beziehungen zu Frankreich zu feiern. Da sich die Statue sehr großer Beliebtheit erfreute, wurde danach eine eigene Freiheitsstatue zur dauerhaften Ausstellung angeschafft. So einfach kann das gehen.

Anschließend ging es zu einer „Statue“ ganz anderer Art: Gundam!!! 

Gundam Statue in der Höhe eines mehrstöckigen Gebäudes
Gundam: Riesiger Roboter aus der Anime-
Serie „Mobile Suit Gundam“

weitere Sehenswürdigkeiten

Nicht weit entfernt von der Freiheitsstatue findet sich das wohl interessanteste Gebäude der Insel, das Fuji TV Gebäude. Besonders abends zunächst von der Sonne und dann von bunten Lichtern beleuchtet, bietet es ein schönes Fotomotiv.

Fuji TV Gebäude mit Kugel zwischen den Gebäudeteilen

Mit dem „Venus Fort“ findet sich auf Odaiba eine Einkaufsstraße inspiriert von Venedig. Auf dem Weg dorthin kommt man sich zunächst aber womöglich erst einmal wie in der Vergangenheit vor, mit all den Oldtimern auf der „Straße“. 

Oldtimer vor einer nachgeahmten alten Geschäftsfront

Schließlich verändert sich beim Weitergehen die Szenerie und schon steht man in einer Ladenstraße mit (wenn auch künstlichem) italienischen Flair. Ich persönlich hatte mich bei meinem ersten Besuch dort bereits im Voraus nicht so sehr für die Gebäude als vielmehr für den „Himmel“ dort interessiert und der hat mir auch für eine Nachbildung sehr, sehr gut gefallen!

Italienisches Flair unter einem künstlichen Himmel

Abendstimmung auf Odaiba

Wer nach einiger Zeit der Inselerkundung langsam Hunger und Durst verspürt, der muss ebenfalls nicht lange suchen und wird z.B. im Einkaufszentrum Decks Tokyo Beach fündig. Am schönsten ist dabei natürlich ein Tisch mit etwas Ausblick, um besonders abends die Lichter der Rainbow Bridge und der bunt leuchtenden Boote davor zu bewundern.

Sonnenuntergang hinter der Rainbow Bridge

Einfach noch etwas am Strand zu sitzen und einen letzten Blick über die Hochhäuser von Minato zu werfen, ist aber auch ohne Essen in einem Inselrestaurant sehr schön. Odaiba ist irgendwie eine seltsam zusammengewürfelte Mischung, aber hat dabei normalerweise eine entspannte Atmosphäre zu bieten, die sich gerade nach dem Trubel von Shibuya, Shinjuku oder Akihabara herrlich wohltuend anfühlt. Außerdem finde ich es wirklich beeindruckend, wie dem Meer Land abgerungen werden kann und dabei große künstliche Landstriche oder wie in diesem Falle Inseln entstehen können. Zu guter Letzt kann ich euch nur noch einmal den Sonnenuntergang mit Blick auf die Rainbow Bridge ans Herz legen. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass sich dadurch auf Odaiba mit die schönsten Sonnenuntergänge Tokyos erleben lassen.

Seid ihr schon einmal auf Odaiba gewesen? Was waren eure Eindrücke von der künstlichen Insel?

Bye bye und bis bald!

Ina