Update KW 16: Wieder angekommen?

Ui, da habe ich doch ganz schön lange nichts von mir hören lassen. Aber keine Sorge, ich bin zurück in Deutschland natürlich nicht untergetaucht. Es hat nur etwas länger gedauert, erst einmal wieder anzukommen und uns zu sortieren, als gedacht. Wie heißt es schließlich so schön: „Je mehr man plant, desto eher trifft einen der Zufall.“

Tschüss Peking und hallo Deutschland

Zum Abschluss war in Peking noch alles ganz entspannt. Die Wohnungsübergabe klappe reibungslos und für kleine Problemchen hier und da fanden sich Lösungen. Peking beglückte uns die letzten Tage sogar noch mit warmen Temperaturen, was das erste Abendessen im Freien möglich machte. Wir waren mit Freunden in unserem Lieblingspekingentenrestaurant – ein gebührender Abschluss.

Erstes Grün und Sonnenschein in Peking
Frühling in Peking

Ebenso entspannt ging es dann den Tag darauf zum Flughafen. Unser Flieger startete pünktlich von Peking und der Flug verlief sehr angenehm. Vier Filme später konnten wir bei herrlichem Wetter einen Blick auf Frankfurt am Main aus der Luft erhaschen – überraschenderweise wirkte die Stadt viel kleiner als wir sie in Erinnerung hatten. Für uns ging es anschließend noch weiter nach Leipzig. Gerade einmal 35 Minuten dauerte es mit dem Flugzeug und wir standen auf dem kleinen sächsischen Flughafen, der uns nach der Zeit in Peking besonders menschenleer erschien.

Kurz darauf gab es auch schon die ersten Umarmungen und natürlich so einige Fragen an uns Wiederankömmlinge. Immerhin war es 9 Monate her, dass wir das letzte Mal in Deutschland gewesen sind. Während der Fahrt in Richtung Heimat blickten wir begeistert um uns, wie grün es doch bereits hier ist und wie herrlich frisch die Luft duftet – ein schönes Gefühl wieder da zu sein!

Schlechte Nachrichten

Allerdings sollte das nicht lange anhalten. Kurz nach unserer Ankunft erfuhren wir, dass unsere Wohnung, die wir uns aus der Ferne hatten aussuchen müssen, noch eine wahre Baustelle ist. Obwohl abgesprochen war, dass bereits zwei Tage später unser Einzug dort stattfinden sollte, gab es noch nicht einmal warmes Wasser! Die Liste, der Dinge, die in Wohnung und Haus noch fehlten bzw. noch nicht gebaut waren, wurde im Laufe des Gesprächs tatsächlich immer länger und unsere Stimmung entsprechend zunehmend schlechter. Am nächsten Tag schauten wir uns die Wohnung zum ersten Mal selbst an und unsere Befürchtung vom Vortag bestätigte sich leider: Wir hätten dort wochenlang auf einer Baustelle leben müssen. Mit Tom auf Dienstreise wäre ich dann sogar mutterseelenallein in dem Haus gewesen, dass noch nicht einmal eine funktionierende Haustür hatte. Die anderen Wohnungen waren alle auch noch nicht ansatzweise fertiggestellt, wie eben so ziemlich alles an und in dem Gebäude – ein echter Schock…

Und wo sollen wir wohnen?

Für uns stand eines schnell fest: So geht es nicht. Also haben wir den Einzug in die Wohnung abgesagt, mit dem Vermieter konnten wir uns auf einen Aufhebungsvertrag einigen und uns so auf die Suche nach einer anderen Bleibe begeben. Zunächst sind wir bei der Familie untergekommen und haben von dort aus nun alles geregelt, was derzeit so ansteht. Wir hatten zwar versucht vorab schon einiges aus der Ferne zu klären, z. B. die neuen Handyverträge, Internet und Fernsehen für die Wohnung, Autokauf etc., aber gerade mit der unerwarteten Wohnsituation mussten wir hier in Deutschland noch einmal sehr aktiv werden. Daneben haben wir schließlich einen kleinen Besichtigungsmarathon in diversen Wohnungen absolviert. Zum Glück war recht schnell eine passende dabei. Inzwischen sind wir eingezogen und können damit jetzt langsam etwas aufatmen.

Wie geht es weiter?

Es gibt natürlich immer noch so einiges zu tun, gerade auch in der Wohnung, aber das wird nach und nach sicherlich werden. Daneben freuen wir uns auf das ein oder andere Treffen mit Familie und Freunden, schließlich haben wir uns ja schon ewig nicht mehr gesehen. Bei mir tragen die ersten Bewerbungen inzwischen kleine Früchte und es ging zwischendurch auf erste Vorstellungsgespräche. Keine Ahnung, was dabei herauskommt, also heißt es zunächst einmal weiter bewerben. Tom ist andererseits bereits wieder auf Dienstreise, auch da gab es kaum eine Verschnaufpause. Es ist zunächst schon ungewohnt uns immer über 2 Wochen oder gar länger nicht zu sehen, aber das ist glücklicherweise nur für eine befristete Zeit so angedacht. Nun ja, dafür kann ich mich jetzt wieder intensiver dem Blog widmen, da wird mir schon mal nicht langweilig und für euch gibt es wieder mehr zu lesen – eine Win-win-Situation! 😉

Frühlingswetter in Deutschland
Nach so langer Zeit sieht man vieles doch erst einmal mit anderen Augen und das ist oft sogar sehr schön. So freut man sich womöglich über hübsche Ansichten, die vorher ganz selbstverständlich waren.

Sind wir denn nun richtig angekommen?

Die Frage haben uns schon viele Leute gestellt und die Antwort ist ein klares Jein. Wir sind wieder hier, alles ist nach wie vor vertraut und Teile einer gewissen Routine sind bereits vorhanden. Andererseits fühlte sich zunächst selbst das Bekannte erst einmal etwas fremd an. Wege durch die Stadt, auf denen wir schon tausende Male unterwegs gewesen sind, waren doch etwas in Vergessenheit geraten und alles – die Stadt und vor allem die Menschen – schien etwas anders als vor 2 Jahren. Vermutlich ist das allerdings im Moment einfach noch die Chinabrille mit der wir alles betrachten. Doch von Tag zu Tag wird nun alles wieder Gewohnheit. Den Tag an dem wir wahrhaftig wieder hier angekommen sind, werden wir wohl gar nicht merken. Er wird einfach ohne besondere Vorkommnisse an uns vorüberstreifen und sich dabei vollkommen normal anfühlen – aber das ist auch gut so, vor allem nach der Aufregung der letzten Zeit.

Die vielen Blüten ringsherum sorgen auf jeden Fall für gute Laune. Also, genießt den Frühling und bis bald!

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