Wohnen in China: Ein Einblick in Pekinger Apartments

Wie wohl überall auf der Welt zieht es die Menschen in die Städte und schon bald wird der Wohnraum immer teurer und was sich die Menschen leisten können beständig kleiner. Da ist auch Peking keine Ausnahme. Wer eine schöne große Wohnung möchte, der zahlt in der chinesischen Hauptstadt schnell enorme Preise. Aber was versteht sich denn unter einer schönen Wohnung in Peking überhaupt? Sind die Standards hier mit denen in Deutschland zu vergleichen? Dazu ein paar (teils überraschende) Einblicke und Erfahrungen aus zwei Jahren Wohnen in China.

Eines vorweg: Wir haben großes Glück! Da wir durch die Arbeit meines Freundes nach Peking gekommen sind, hat uns sein Unternehmen nicht nur bei der Wohnungssuche unterstützt, sondern stellt auch sicher, dass eine Wohnung hier, vergleichbar mit einer in Deutschland, in guter Lage überhaupt erschwinglich ist. Wir mussten also nicht aus Kostengründen an den Stadtrand der 20-Millionen-Metropole ziehen oder uns in alte kleine Wohnung in den traditionellen Wohngegenden, den Hutongs, zwängen, wo wir noch nicht einmal eine eigene Toilette gehabt hätten.

Kaputte Tür als Eingang zu einer Wohnung in den Hutongs
Eingang zu Wohnungen in den Hutongs

So etwas gibt es wirklich?

Ja, in Peking finden sich tatsächlich Wohnungen ohne eigene Toilette, aber dazu später noch etwas mehr. Während ich davon bereits gehört hatte, gab es andere Kuriositäten, die eher als Überraschung kamen. So besichtigten wir z.B. eine Wohnung, die zwei Küchen hatte. Bis heute fällt mir kein vernünftiger Grund ein, warum jemand, der zu zweit in eine Wohnung zieht, zwei Küchen brauchen sollte. Euch etwa? Uns war es letztlich auf jeden Fall nicht so wichtig, jeder unsere eigene Küche zu haben, daher ging es weiter mit der Suche.

Bad mit Ausblick auf das Bett

Na, fällt euch etwas auf? Im ersten Moment dachte ich mir: „Hm, das ist ja interessant. Ist das dazu gedacht, dass man vom Bett aus den anderen beim Baden beobachten kann?“ Kurz darauf viel mir allerdings auf, dass ich bei dem Gedanken über die Badewanne zum Bett blickend genau vor der Toilette stand. Es ließ sich also auch umgekehrt vom Bett bis zur Toilette schauen und was sich da evtl. beobachten lässt, wollte ich mir nicht weiter ausmalen…

Ohne Moos nichts los

Was ist nun aber mit normalen Wohnungen? Nun, kostengünstige Wohnungen hier erfüllen in so mancher Hinsicht schnell noch nicht einmal mehr die Mindeststandards. Viele Wohnungen in den Hutongs verfügen selbst heute tatsächlich immer noch über keine eigene Toilette. Die Bewohner nutzen stattdessen öffentliche Toiletten, normalerweise Stehtoiletten, die im schlimmsten Fall über keine abgegrenzten Kabinen verfügen, d.h. keine Trennwände und keine Tür hin zur nächsten Toilette.

Die Hutongs sind allerdings schon vielerorts verschwunden und mehrstöckigen Wohngebäuden gewichen. Hier finden sich ganz normale Wohnungen, wobei die Bausubstanz von außen oft keinen allzu guten Eindruck mehr erweckt. Das mag in Deutschland teilweise auch nicht so anders sein, aber hier in China muss ich zugeben, ist das Vertrauen in ältere Gebäude bzw. vor allem ältere Anlagen, wie Fahrstühle oder auch Rolltreppen, nach so einigen Horrorgeschichten nicht mehr gegeben. Da hätte ich in Deutschland dagegen weit weniger Bedenken.

Bei der Suche ist außerdem Vorsicht geboten, wenn es um Schädlinge in der Wohnung geht. Die schlimmste Wohnung, die wir uns angesehen hatten, wimmelte nur von Kakerlaken und dazu standen noch übervolle Aquarien vom Vormieter, in denen vor lauter Fische kaum das Wasser zu sehen war, im Wohnzimmer. So schnell wollte ich bisher wirklich noch nie aus einer Wohnung wieder heraus und an Essen wollte ich danach auch nicht so schnell denken.

Wer also eine schöne Bleibe, günstig gelegen und in einem möglichst modernen Gebäude haben möchte, der muss wie überall etwas tiefer in die Tasche greifen. Hatte ich schon erwähnt, dass die Wohnung in unserem Fall auch möbliert sein sollte?

Wohnen in China: Vom Hotel bis zum Palast

Von der Ausstattung her hatten wir auch alles Mögliche dabei von heruntergekommen und irgendwie altmodisch, farblich absolut nicht zusammenpassend bis hin zu ähm, königlich?!Farblich unpassende und altmodische Möbel

Seid ihr schon einmal in der Münchner Residenz gewesen? In der nächsten Wohnung habe ich mich ein wenig daran erinnert gefühlt, nur das von Nahem alles billiger aussah als im Schloss.

Kronleuchter und Barockmöbel

So in der Art eingerichtete Zimmer hatten wir bereits Online so einige bei unserer Wohnungssuche gesehen. In Peking scheint das also ein recht beliebter Einrichtungsstil zu sein, aber definitiv nichts für uns. Ansonsten haben uns viele Apartments doch sehr an das ein oder andere Hotel erinnert, wobei das ja nicht unbedingt negativ sein muss.

Das Schlafzimmer erinnert sehr an ein Hotelzimmer

Letztlich gab es nur eine einzige Wohnung, die uns von der Inneneinrichtung her ganz gut gefallen hat:

Moderne Wohnungseinrichtung

Allerdings liegt das Apartment nicht gerade zentral und vor allem ziemlich weit entfernt von Toms Arbeitsplatz, weswegen wir uns dann doch dagegen entschieden hatten. Wie königlich oder hotelmäßig es in unserer Wohnung nun letztlich aussieht, dazu gibt es im zweiten Teil von „Wohnen in China“ einen Einblick. Also bleibt gespannt!

In der Zwischenzeit würde mich eure Meinung interessieren: Wäre denn ein Apartment für euch dabei gewesen? Und könntet ihr euch überhaupt vorstellen im Ausland, ja vielleicht sogar in China zu leben? Lasst mir doch gern einen Kommentar dazu da!

Bye bye und bis bald!

Ina

2 thoughts on “Wohnen in China: Ein Einblick in Pekinger Apartments

  1. Ein sehr interessanter Artikel. Ich weiß nicht ob eine Stadt wie Peking etwas für mich wäre. Ihr Apartment ist aber wunderbar gelungen.
    Mit besten Grüßen,
    Jana

    1. Hallo Jana,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Peking ist tatsächlich nicht so ganz die Metropole, in der sich jeder wohl fühlen würde. Auch für uns war es nicht immer einfach mit dem Smog und anderen gewöhnungsbedürftigen Gegebenheiten. Eine gemütliche Wohnung ist da viel Wert!

      Viele Grüße
      Ina

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